Donnerstag, 10. April 2008

Und nichts hat sich geändert

"Ausländern, die China in Unwissenheit loben, kann verziehen werden. Wenn die Ausländer ausgehen, stehen ihnen Autos zu Verfügung, wenn sie unterwegs sind, werden sie eskortiert. Ganz zu schweigen von den üppigen Banketten, die man ihnen bereitet. Natürlich werden die Ausländer da China preisen. Wenn ein Ausländer, obwohl er zu einem Festmahl eingeladen ist, an unserer Stelle die Zustände in China verurteilt, dann ist dies ehrenwert und bewunderungswürdig."

- Lu Xun, 1925

Mittwoch, 9. April 2008

Städteneid II

DA will ich unbedingt hin. Klar, dass sowas immer in Hannover oder an sonstigen Randbezirken der Welt stattfindet. Mist!

boot

PS: Falls irgendwer Lust hat, mitzukommen - ich würde ein Ticket gegen eine Übernachtungsmöglichkeit tauschen. Wenn das mal nix ist.

Dienstag, 8. April 2008

Neues von R.E.M.

Seit einiger Zeit steht "Accelerate", das neue Album von R.E.M. in den Plattenläden.

Zu diesem Anlass muss an dieser Stelle einmal auf folgende zwei Punkte hingewiesen werden:

1) R.E.M. haben in ihrer mittlerweile schier unendlich langen Karriere einige herausragende Alben abgeliefert. Schade nur, dass einige ihrer Songs wie "Losing My Religion" oder "Everybody Hurts" über die Jahre vom Formatradio so oft gespielt wurden, dass man sie mittlerweile gar nicht mehr hören mag. Das haben diese großartigen Stücke nicht verdient.

2) Auch heute noch gehören R.E.M. zu den besseren Bands. Glücklicherweise hat Michael Stipe rechtzeitig noch die Kurve gekriegt. Anfang des neuen Jahrtausends drohte er nämlich, zu einer Art zweitem Bono zu werden. Seitdem sich Stipe wieder vornehmlich auf die Musik besinnt, ist (fast) alles wieder gut.


rem


Zum Weiterlesen:

>>> JÖRG TRESP ÜBER "ACCELERATE"

>>> INTERVIEW MIT MICHAEL STIPE

Montag, 7. April 2008

Willi Winkler über die Weisheiten des Dalai Lama

Der Dalai Lama ist derzeit in aller Munde. Klar, wegen des Tibet-Konflikts und der Frage, wie die westliche Welt deswegen mit China und der Olympiade verfahren soll. Willi Winkler betrachtet in seinem lesenswerten Essay "Süßes Früchtchen" den Dalai Lama einmal nicht als politische Persönlichkeit, sondern lässt sich über die schier unerträgliche Plattheit seiner Küchenkalender-Weisheiten aus.

>>> DEN ESSAY HIER LESEN

Nachwirkungen der "Feuchtgebiete"-Lektüre?

Meine Hauptinformationsquelle sind - wen wundert es - die Zeitungskästen der Boulevardblätter am Wegesrand. Jeden Tag also nehme ich mir Zeit, den oberen Teil der BILD-Titelseite (der untere Teil mit den Brüsten ist leider nicht zu sehen) aufmerksam zu studieren.

Top-Schlagzeile heute:

"Michael A. Roth: So stoppte ich die Chaoten"

Da ich auch jetzt noch so übersexualisiert von Charlotte Roches Roman "Feuchtgebiete" bin, erfasste ich die Schlagzeile ganz anders, nämlich so:

"Michael A. Roth: So stopfte ich die Chaoten"

Auch eine interessante Vorstellung...

Sonntag, 6. April 2008

Städteneid

Neidisch blicke ich zur Zeit nach Köln, Stuttgart, Essen, Frankfurt, Berlin und Hamburg. Dort tritt nämlich kommende Woche der großartige Niels Frevert auf, der mit "Du kannst mich an der Ecke rauslassen" vor Kurzem das wohl schönste deutschsprachige Album der letzten fünf Jahre veröffentlicht hat.

frevert

Termine:
07.04.2008 Köln - Gebäude 9
08.04.2008 Stuttgart - Keller Klub
09.04.2008 Frankfurt - Sinkkasten
10.04.2008 Essen - Grend
11.04.2008 Berlin - Roter Salon
12.04.2008 Hamburg - Übel & Gefährlich

Samstag, 5. April 2008

Neues Kettcar-Album am 18.4.

"Sylt" erscheint in knapp zwei Wochen und nicht nur ich befürchte, dass das nicht allzu toll ausfallen wird. Die erste Single "Graceland" zumindest macht nicht unbedingt Lust auf die Platte.

Auch das schöne Fanzine "Alles ist Pop" blickt mit Sorge in die Zukunft.

>>> ZUM ARTIKEL

Es geht doch noch!

3:1 in Frankfurt gewonnen und damit den ersten (!) Sieg des Kalenderjahres 2008 eingefahren! Die Situation beim Club ist zwar weiterhin äußerst prekär, aber das durchaus ansehnliche Spiel gegen die Eintracht weckt die Hoffnung, dass es in den nächsten Wochen endlich wieder bergauf geht.

feuerwerk
Foto: imago

Schade nur, dass das Erfolgserlebnis dank einiger Arschlöcher Chaoten einen etwas bittern Nachgeschmack hat. Am Montag wird der Fall vor dem DFB-Sportgericht verhandelt. Ich hoffe, dass es bei einer Geldstrafe als einzige Konsequenz bleibt. Die Vorfälle von Frankfurt haben wieder einmal gezeigt, dass die Fankultur in Nürnberg noch deutlich unterentwickelt ist und dringender Handlungsbedarf besteht.

Donnerstag, 3. April 2008

Hagel!

Vor ein paar Tagen habe ich hier noch den Frühling besungen und jetzt das: HAGEL! Sauerei!

Dienstag, 1. April 2008

Baby Dee: "Safe Inside the Day"

babydee Als Newcomerin darf man Baby Dee keinesfalls bezeichnen, auch wenn “Safe Inside the Day” (übrigens bereits das dritte Album der New Yorkerin) die erste ganz große Veröffentlichung der mittlerweile 55-jährigen Musikerin ist. Immerhin blickt die 1953 in Cleveland als Mann geborene Baby Dee auf ein bewegtes Leben zurück: Sie arbeitete als Holzfällerin, reiste mit einem Zirkus durch die Vereinigten Staaten, leitete lange Jahre einen Chor und verdingte sich zuletzt als Straßenmusikerin in New York. Zu diesem Zwecke montierte sie kurzerhand eine Harfe auf ein überdimensionales Dreirad und machte so die Straßen von Manhattan unsicher. Irgendwann zwischen diesen illustren Tätigkeiten fand Baby Dee überdies Zeit, zwei Alben aufzunehmen, bei denen es sich allerdings eher um Privatprojekte handelte, wie sie jüngst in einem Interview erklärte.

Für „Safe Inside the Day“ – das erste „richtige“ Album – holte sich Baby Dee die Unterstützung von so illustren Kollegen wie Will Oldham, Matt Sweeney, Andrew WK und John Contreras. Eine All-Star-Band also, wenn man so will. Trotzdem stehen bei allen Songs die großartige Stimme und das Piano von Baby Dee im Vordergrund. Musikalisch ist die Platte so beeindruckend wie außergewöhnlich. Die Stücke, die sich irgendwo zwischen Vaudeville, Kammer-Pop, Folk und Musik-Kabarett bewegen, wirken, als kämen sie aus einer längst vergangenen Zeit. Trotzdem ist das alles keineswegs altbacken, sondern einfach zeitlos schön.

„Safe Inside the Day“ ist ein zauberhaftes, manchmal verschrobenes, aber immer zutiefst berührendes Album. Ein echtes Meisterwerk. Zuletzt ist Antony & The Johnsons mit „I Am A Bird Now“ im Jahr 2005 eine ähnlich großartige Platte gelungen.

Baby Dee: "Safe Inside the Day" (Drag City; VÖ: 8. Februar 2008).

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